
Das Geschäftsklima in der deutschen Automobilindustrie hat sich im Juni weiter eingetrübt. Der Geschäftsklimaindex fiel auf minus 21,4 Punkte, nach minus 20,7 Punkten im Mai. Die Unternehmen bewerteten ihre gegenwärtige Geschäftslage deutlich schlechter, zugleich blicken sie laut ifo-Institut etwas weniger pessimistisch auf die kommenden Monate.
Aktuelle Lage und Erwartungen
Das ifo-Institut berichtet, die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage sei im Vergleich zum Vormonat merklich gesunken. Die jüngsten Werte sind saisonbereinigt. Trotz der schlechteren Lagebeurteilung verbessere sich die Stimmung für die mittelfristige Perspektive; die Betriebe erwarteten für die nächsten Monate weniger starke Eintrübungen als in der unmittelbaren Vergangenheit.
Die ifo-Branchenexpertin Anita Wölfl beschreibt die Entwicklung als Fortsetzung eines Zick-Zack-Kurses. Nach ihren Worten habe sich das wechselhafte Stimmungsbild, das bereits 2025 beobachtet wurde, auch in diesem Jahr bislang fortgesetzt.
Inland und Europa als Nachfragepfeiler
Als Stütze für die Branche nennt das Institut vor allem das Inlandsgeschäft und die Nachfrage im europäischen Ausland. Besonders die Elektromobilität trägt demnach zum Wachstum bei. Von Januar bis Mai 2026 wurden in Deutschland knapp 284.000 rein batterieelektrische Fahrzeuge neu zugelassen. Das entspricht einem Zuwachs von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Der Anteil batterieelektrischer Fahrzeuge an den Neuzulassungen lag in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 bei nahezu 24 Prozent. Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum 2025 betrug dieser Anteil 17 Prozent.
Gemischtes Bild für die Branche
Die Zahlen zeichnen ein differenziertes Bild. Einerseits verschlechtert sich die kurzfristige Lageeinschätzung der Unternehmen, andererseits liefern steigende Zulassungszahlen für elektrische Fahrzeuge eine positive Nachfragekomponente. Wie sich diese gegenläufigen Impulse in den kommenden Monaten auf Produktion, Beschäftigung und Investitionen auswirken, bleibt eine zentrale Beobachtungsgröße für die Branche.
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